Ein IT-Berater, dessen Alkoholsucht sich ganz langsam, nur mit einem Gläschen Wein hier und da eingeschlichen hat. Ein Rechtsanwalt, der sich im harten Studium lediglich gegen seine Prüfungsangst ein Tröpfchen "Mut" genehmigt hat. Eine Narkose-Assistentin, die einfach ein wenig leichter durch den Alltagsstress gelangen will. Die Dokumentation lässt Stimmen aus der Mitte unserer Gesellschaft erzählen, wie sich die Sucht langsam aber sicher in ihr Leben geschlichen hat und irgendwann zum ernsthaften Problem geworden ist.
In der Dokumentation von
Carolin Schmitz geht es nicht um Menschen am Rande unserer Gesellschaft. In insgesamt zehn Interviews kommen gut situierte Bürger zu Wort, die ihre Krankheit nicht abstreiten, sondern bewusst reflektieren. Wir sehen keine Gesichter, sondern hören nur ihre Stimmen, während die Bilder private und öffentliche Schauplätze zeigen. Genau diese Verfahrensweise zeigt, dass Alkoholsucht nichts ist, das nachlässigen Menschen widerfährt, sondern sich schon längst in unserer Mitte etabliert hat. Verstörend, ernstzunehmend, alarmierend - und ästhetisch ansprechend inszeniert.