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Terminator: Dark Fate - Rezension

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Rezensionen > Terminator: Dark Fate
1gelchen
1gelchen User 28. Okt 2019, 15:15 Uhr
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Wenn Unnot einfach nur noch peinlich wird

(hier wird versucht, möglichst wenig bis gar nicht zu spoilern)

Fans des Terminator Franchises (das übrigens niemals hätte ein Franchise werden müssen, da mit T2 alles gesagt war) waren sehr gespannt auf den neuen Terminator "3" mit der Handschrift vom Meister James Cameron.

Aber bekamen letzten Endes die gleiche beschissene Grütze, die uns die Masse an gängigen Hollywood-Actionfilmen auch schon serviert hat.

Was hat Terminator ausgezeichnet?

1. Richtig toller Soundtrack

Wenn Metall auf Metall schlägt, erweckt es beim Zuschauer das Gefühl von Kaltblütigkeit, Gefühls- und Emotionslosigkeit und Erbarmungslosigkeit - wenn er den Soundtrack hört. Kostprobe? Youtube URL + /watch?v=deSjbOmW48U

Dies ist nicht einfach nur großartig, dies ist legendär gut! Es passt für DEN wahren Terminator-Film wie Arsch auf Eimer. Er erzielt die Wirkung einhundert Prozent. Er trifft den Nagel voll auf den Kopf. Das ist Brad Fiedel damals richtig toll gelungen und das war 1984!

35 Jahre später im letzten Terminator (ja, das war das Todesurteil mit Dark Fate) ist man regelrecht vom ideenlosen Soundtrack verblüfft. Wo ist denn da überhaupt irgendein Soundtrack. Wo ist die Genialität. Warum fällt den Leuten heute (auf Dark Fate bezogen) bei all den Möglichkeiten und allem, was sich technisch getan hat, so ein Scheiß ein? (Sorry für Fäkalsprache, diese ist der Enttäuschung geschuldet)

2. Spannung

Das Gefühl zu bekommen, absolut machtlos gegen das Metallmonster zu sein, weil er nahezu unzerstörber ist, weil ihm die Waffen aus der Dieszeit nichts anhaben können. Man zittert mit den Protagonisten regelrecht mit. Jeder kleinste Fehler kann den Tod bedeuten. Der Mensch ist verletzlich und schwach, die Maschine zeigt beim Einstecken absolut keine Emotionen. Das transportiert T1&2

Spannung in Dark Fate? Wo? Sie wird zerstört durch absolut an den Haaren herbeigezogenen lächerlichen Szenen. Dem Zuschauer ist es absolut egal, was mit den Charakteren passiert. Es sind eh in Kürze vorgestellte neue Charaktere, denen kaum bis gar keine Zeit gelassen wird, sich persönlich und charakterlich zu entfalten. Wenn sie in Gefahr sind und sterben könnten - Was soll's? Selbst Sarah Connor ist's zunächst weitesgehend völlig egal. Sie tut einfach nur diesen Job aus "Rache" - wie dumm und lächerlich (Killbox - LOL. Ein erfundenes Schlagwort für die Masse, weil man eine Technik oder eine Vorghehensweise irgendwie benennen muss)

3. Action

Authentische Actionszenen, die nicht übertrieben bescheuert sind und wild geschnitten sind, die einen richtig gut unterhalten. Da denke ich z.B. an die Szene in T2, in der der T-800 John Connor während der Fahrt vom Bike hebt (mit nur einer Hand), ihn auf sein Bike aufsetzt und dem T-1000 einen gehörigen Dämpfer versetzt, so dass sie entkommen können. Das gibt einem Zuschauer das Gefühl der Macht eines T-800. Wie nützlich so eine Tötungsmaschine doch sein kann. Alles ist absolut genial in Szene gesetzt, geschnitten, sehr nachvollziehbar und das Tempo ist genau richtig

In Dark Fake dagegen ist alles so wie in diesem ganzen Action-Brei von heute. Alles muss übertrieben schnell sein und erinnert nur noch an die Fights von Dragon Ball Z. Es muss alles bombastisch sein, ständig explodieren. Der Terminator (nicht der T-800) bewegt sich mit wahnwitziger Geschwindigkeit, was für ein metallisches Skelett physikalisch unmöglich ist. Mit Puppen oder Modellen wird sowieso gar nicht mehr gearbeitet. Dann sieht auch nichts mehr echt aus. Und diese bescheuerte Flugzegszene. Du meine Güte. Das könnte auch in Fast & Furious der aktuellen Teile sein! Total übertriebener unglaubwürdiger Quatsch, nur um die Masse und die nicht Kenner zu unterhalten aber hat absolut nichts mit Terminator zu tun

4. Überraschungsmomente

Beispiele:
T1: Trotz komplett verbrannter Haut und verbranntem Fleisch steht der Terminator nach dem Crash im LKW urplötzlich auf und befreit sich selbst aus den Trümmern, was den Zuschauer absolut schockiert und dazu dann diese Musik der Verfolgung und des Todes, während das schwarzverbrannte Metallskelett die verletzten menschlichen Akteure verfolgt - Das sitzt!

T2: Der Terminator T-800 (Arnie) beweist, dass er eine Maschine ist, schneidet sich dafür seine Hand auf und zieht die Haut samt Fleisch komplett ab. Übrig bleibt ein metallischer Skelett-Arm, der die Hand zu einer Faust ballt - Wow! Das sieht so authentisch aus, da arbeitet man perfekt mit Modellen. Der Zuschauer wusste zwar schon vorher, dass dort ein Metall-Skelett im Körper steckt. Hat er ja auch in T1 gesehen. Aber die ganze Szene ist einfach so interessant inszeniert und wirkt sehr echt.

Dark Fate: Nichts überrascht einen noch. Man hat schon alles irgendwo gesehen, man bedient sich alter Formeln, nichts neues, alles besteht nur noch aus Ideen-Schnipseln der letzten Teile oder anderer Actionfilme ala Star Wars, Marvel-Filme. Und auch am Ende kann man schon erahnen, wie es mit welchem Terminator zu Ende geht

Jeder auch noch so kleinste Furz wird nur noch animiert. Überall wo man nur hinsieht ist CGI. Nichts wirkt echt bzw authentisch. Selbst als ein menschlicher Schädel eine schiefe Ebene herunterollt, wird dieser komplett animiert. Why??? Keine Modelle eines menschlichen Schädels mehr vorhanden? Ist man sich zu fein? Ist das zu umständlich? Zu teuer?

5. Dialoge und Charaktere:

Selbst die Dialoge in Dark Fate sind oft unnachvollziehbar und vor allem dumm dumm dumm. Während in T1&2 größtenteils versucht wurde, für alles eine technische Erklärung zu finden bzw. mit einer zu erklären, was für jemanden aus der Gegenwart halt unglaublich schien, wird in Dark Fate fast gar nicht darauf eingegangen.

Im Gegenteil: Die Szene, in der Grace das Handy am Simkartenanschluss hackt, um herauszufinden, woher die SMS stammen (das geht nicht!), wird sie gefragt, was sie da gerade tut. Antwort: Zukunfts-Scheiß.

Ja genau! Damit die dummen im Publikum nicht auch noch mit den lästigen technischen Details gelangweilt werden und das Tempo aufrecht erhalten bleibt.

Oder irgendwelche kurzzeitig reingeschmissene, zum Teil philosophische Fragen, ob Maschinen einen lieben können, werden so absolut unzufriedenstellend beantwortet. Weder auf technischer noch philosophischer Ebene. Dies würde die doofen in der Masse ebenfalls langweilen. Aber gerade das macht doch Terminator aus: Technik, philosophischies Hinterfragen des Geflechts "Maschine und Mensch" und auch irgendwo Kritik an der Gesellschaft im Fazit

Auf die neuen Charaktere bin ich schon eingegangen. Diese sind einem völlig egal. Aber die alten, wie z.B. Sarah Connor wirken so, als wären sie noch mal kurzzeitig zum Leben erweckt worden. Die Synchronstimme schlecht und alt. Arnie hat zwar eine coole Frise, ganz okaye neue Synchronstimme, aber seine Vergangenheit der letzten ca. 20 Jahre ist so unglaubwürdig. Eine Maschine, die sich selbst ein Ziel gesetzt hat. Das ist genau das Falsche, was eine KI jemals "denken" würde. Eine KI weiß zwar, wie sich Menschen verhalten und wie das soziale und gesellschaftliche Gefüge aussieht, und gerade die Terminatoren als Tötungsmaschinenen müssen das unglaublich gut "wissen", aber dies selbst ausleben zu wollen ist völlig surreal. Wozu? Sie kann eh nicht fühlen. Und wenn es kein Gefühl da ist, kann man es vorausberechnen und was nützen dann einer Maschine solche Infos. Verschwendete Zeit. Auf solche Ideen könnte nur ein Mensch kommen. Und platonische Beziehung? Seriously?

(Zum Lachen: "Los, geh deiner Mutter in der Küche helfen" - Der letzte Satz zu einem unwichtigen unnötigen Neben-Charakter, nach dem Motto: Husch, ab ins Körbchen, wir arbeiten hier gerade an der Hauptstory)

Fazit: Dark Fate war einfach nur noch das Produkt, was dabei herauskommt, wenn man eine tote Kuh melkt. Absolut unnötig und wird nicht umsonst in den Kritiken zerrissen. Ideenlos. Wenn man die alten Terminator-Teile geschaut hat, dann saßen sie einem noch Tage danach im Kopf. Sie haben einen bewegt, gerührt, berührt und der Zuschauer bekam echten Inhalt mit inovativen neuen Szenen, die einen neuen Maßstab in der Filmindustrie gesetzt hatten.


Und deshalb, bei allem Respekt vor meinem Lieblings-Regisseur, der bewiesen hat, dass er einen guten zweiten Teil machen kann (Alien, Terminator), aber es hat nicht nur an Tim Miller gelegen: 1/10 (eigentlich 4/10, aber das ist der Respektlosigkeit vor den Fans und des Terminator-Universums geschuldet
3 mal bearbeitet, zuletzt 28. Okt 2019, 15:34 Uhr

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