Titel: Home Streaming: NAS / TV-Box / Codecs – Wie sieht eure Strategie für AV1 & Co. aus?
Hallo zusammen,
ich weiß nicht, ob ich in dieser Kategorie ganz richtig bin – falls nicht, bitte gerne verschieben. Zum Thema selbst habe ich über die Suche leider noch nicht die passende Diskussion gefunden oder übersehen.
Mich würde interessieren, wie eure Strategie für das lokale Streaming der eigenen Film- und Seriensammlung im Heimnetzwerk aussieht (kein Netflix & Co.).
Der Hintergrund: Mein aktuelles Setup stößt an seine Grenzen. Auf Hardware-Ebene ist im nativen Stream derzeit bei HEVC (H.265) das absolute Maximum erreicht. Da draußen tauchen aber immer mehr Medien im AV1-Codec auf. In Zukunft wird es ja dann mit VVC (H.266) weitergehen (aktuell noch kaum verbreitet) und irgendwann folgt AV2.
[*] Netzwerk: Alles voll verkabelt per LAN an einer FritzBox
[*] Client: Nvidia Shield TV Pro (2019) mit Projectivy Launcher und Kodi (im nativen Modus) als Player.
Um für AV1 und zukünftige Formate gerüstet zu sein, sehe ich aktuell zwei Ansätze, die mich aber beide noch nicht so recht überzeugen:
Ansatz 1: Das NAS erneuern, um per Hardware-Transcoding zu streamen
[*]Vorteil: Man schlägt alle Fliegen mit einer Klappe, da auch ältere oder schwächere Endgeräte im Haus bedient werden können.
[*]Nachteil: Die Hardware-Auswahl bei ITX-Boards mit integrierter CPU ist extrem beschränkt. Beliebte Lösungen wie die Intel N100-Boards bieten zwar oft zu wenige SATA-Anschlüsse, aber das Hauptproblem: Sie können AV1 in Hardware zwar decodieren (lesen), aber nicht encodieren (schreiben). Für echtes AV1-zu-HEVC/H.264 Transcoding bräuchte man also schon die ganz neuen Desktop-Plattformen (Intel Core Ultra), was für ein reines, stromsparendes NAS recht teuer und überdimensioniert wird.
Ansatz 2: Eine Alternative zur Shield Pro finden (modernerer Client)
[*]Vorteil: Günstiger als ein NAS-Neubau. Aktuelle Boxen wie die Homatics Box R 4K Plus, der Google TV Streamer oder ein Fire TV Stick 4K Max beherrschen AV1 nativ in Hardware. Das NAS würde entlastet, weil es die Datei nur durchreichen muss.
[*]Nachteil: Man verliert die genialen Audiomöglichkeiten (Passthrough von TrueHD/DTS:X) oder das KI-Upscaling der Shield Pro. Zudem ist bei diesen Boxen dann auch bei AV1 Schluss – VVC (H.266) kann davon noch keine.
Vielleicht habe ich mich auch gerade ein bisschen im Codec-Rabbit-Hole verlaufen. Daher meine Fragen an euch:
[*] Wie geht ihr vor und wie streamt ihr eure Sammlung im Heimnetzwerk?
[*] Setzt ihr schon auf AV1-Dateien? Streamt ihr diese nativ über neuere Boxen oder transcodiert ihr sie über den Server?
[*] Habt ihr vielleicht komplett andere Ansätze auf dem Schirm, die ich gerade gar nicht sehe?
Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen!
Bei mir ist es recht simpel aufgebaut gerade, ich habe einen älteren PC der für mich mittlerweile alles an Homeautomation, NAS, Nextcloud usw übernimmt. Gestreamt wird alles auf diverse Geräte mit Jellyfin wie zbsp dem FireTV 4k , Tablets usw
Der PC ist ein i9 12900K mit 64 GB RAM, RTX 4070 und 3 x .30 TB.
Bei mir hat es sich einfach ergeben das alles in einen PC zu packen um platz zu sparen. Klar ist der PC komplett drüber für das was er da macht aber wenn dann mal was an Last anfällt hab ich noch genug Reserven. Läuft auch alles in Dockercontainern. Das ist ja heute eh der Standard.
Für mich reicht das so vollkommen und ich brauche auch erstmal keine Upgrades außer halt mehr Platten. Da kann man ja nie genug von haben. 1 mal bearbeitet, zuletzt 5. Juni 2026, 19:17 Uhr
Beelink SER5 MAX Mini PC, AMD Ryzen R7 6800H (8C/16T, bis 4,7GHz), Mini Desktop Computer 32GB LPDDR5 RAM 2TB PCIe4.0 SSD, 4K Triple Display, HDMI/DP/Type-C/WiFi6/BT5.4/2.5G LAN
an einem recht simplen NAS (Ugreen DH4300 Plus) mit 4x 22 TB Toshiba Enterprise Festplatten als JBOD - Hauptclient am TV ist ein Ugoos AM6B+ mit CoreElec (p3i T3B) - auf dem MiniPC läuft Proxmox und der komplette Arr-Stack läuft als LXC Container - somit ist alles vollautomatisiert.
Ich verstehe zwar, wenn man zukunftssicher unterwegs sein möchte, aber dein Beitrag liest sich etwas nach Overengineering (und so, als ob die Pros/Cons von einer AI geschrieben worden wären) - gerade heute habe ich bei Golem gelesen, dass die Specs von AV2 nun endlich finalisiert sein sollen - und aktuell ist selbst AV1 noch eine Randerscheinung, wo nur von relativ wenigen Crews eher durchschnittliche Encodes kommen - also fristet der Codec in unserem Bereich eher ein Nischendasein, auch wenn es ihn schon lange gibt. Ich würde den Fokus weniger auf eine etwaige Zukunft setzen die vermutlich nie eintritt, und eher auf ein Setup, welches jetzt schon das was es gibt und etabliert ist perfekt beherrscht - Clients kosten ohnehin nicht die Welt und sind bei Bedarf schnell ausgetauscht...
Synology NAS
LG TV via WLAN, LAN wäre eh nur Fast Ethernet
Wird alles über den internen Mediaplayer abgespielt, in ganz seltenen Fällen muss es der VLC Player auf dem FireTVStick4k machen
erstmal vielen Dank für eure ausführlichen Antworten!
@r3fl3x Ein i9-12900K mit einer RTX 4070 als Server ist natürlich ein absolutes Biest! 🚀 Also echt wow, für mich wäre das definitiv eine Nummer zu heftig. Aber das Gute ist: Mit der Kombi und der RTX 4070 bist du ja jetzt schon absolut AV1-ready.
@devilsown Haha, erwischt! Ja, ich habe mir beim Strukturieren meines Beitrags und beim Abwägen der Vor- und Nachteile etwas unter die Arme greifen lassen, um meine Gedanken sauber zu ordnen. Asche auf mein Haupt! 😉
Dein Setup klingt absolut krass und du bist ja anscheinend richtig tief drin in der Materie. Dass der komplette Arr-Stack auf Proxmox vollautomatisch im Hintergrund läuft, ist schon verdammt cool. Da bin ich wohl doch noch etwas mehr Oldschool unterwegs.
Von der Ugoos AM6B+ hatte ich bis dato tatsächlich noch nie gehört. Aber nach einer kurzen Recherche scheint es für das reine Abspielen lokaler Daten in Verbindung mit CoreELEC zurzeit wohl echt nichts Besseres zu geben, wenn man das Maximum an Bildqualität herausholen will. Und du hast natürlich völlig recht: Vielleicht war ich gedanklich wirklich etwas zu zukunftsorientiert unterwegs, anstatt den Fokus auf das zu legen, was hier und jetzt etabliert ist (HEVC). Wenn in ein paar Jahren ein neuer Codec dominiert, ist der Client ja wirklich schnell und günstig getauscht – wenn man sich dann für den richtigen entscheidet.
@BushidoRap Und hier haben wir das genaue Gegenteil – der pure Pragmatismus, herrlich! 😄(Nicht böse gemeint 😉).
In meinen Augen gibt es nichts besseres, aber ich würde mein Setup heute trotzdem etwas anders gestalten. Einfach ein günstiger aber guter Mini PC mit ner großen SSD (leider bei den aktuellen Preisen ein Krampf) und eben den Ugoos als Client (den dir sicher jeder empfehlen wird, der etwas tiefer in der Materie drin ist).
Das NAS mit den Platten würde ich komplett spritzen, hat viel gekostet und in Wahrheit würde mir eine mindestens 4 TB große SSD auch reichen, da ich eh oft lösche und bei Bedarf neu runterlade - also irgendwie sinnlos und man hat höhere Stromkosten und auch die Platten selbst sind nicht gerade flüsterleise. Ansonsten hat meine Cousine ein ähnliches Setup wie Bushi (exkl. dem NAS), das passt für sicher 90% der Anwender auch super und man verheizt nicht sinnlos Kohle wo es nicht sein muss...
Ja, das stimmt natürlich, ich habe auch nicht an jedem Endgerät eine Shield hängen oder Kodi installiert. Nur halt an meinem „Kino“. Ich habe selbst ein paar Stunden mit Kodi gekämpft – zwecks Plugin (Jellyfin), nativem Modus, dann noch NFSv4, Puffergröße, Caching usw. Und von Skins fange ich gar nicht erst an! 😉
Mein NAS ist im Vergleich zu euren auch eher ein Zwerg: Ich habe nur eine EVO-SSD als Fundament für OMV und Docker und dazu 2x 4TB für die Daten. Eine riesige Mediensammlung habe ich gar nicht. Erstens fehlt mir der Platz und zweitens ist es ja genau so, wie du es beschreibst: Man schaut etwas und dann liegt es rum – oder es wird durch bessere Qualität ersetzt und liegt dann erst recht wieder rum. 😂 Und immer genau dann, wenn man Lust auf was Bestimmtes hat, hat man es nicht parat und investiert erst mal 30 Minuten, um das zu ändern.
Wenn ich aber einen Remux habe, dann möchte ich auch das sehen und hören, was an Qualität drinsteckt. Ansonsten macht es ja wenig Sinn, sich überhaupt für einen Remux zu entscheiden. Es gibt natürlich trotzdem Situationen, wo der Remux über ein Gerät läuft, das nicht ganz up to date ist – und dann ist es natürlich ein riesiger Vorteil, wenn der J5040-Prozessor das Transkodieren meistern kann.
Mein Ansatz oben zielte ja genau darauf ab herauszufinden, wie Gleichgesinnte das lösen. Mir war klar, dass einige hier extreme Hardware herumstehen haben, aber zum Beispiel dein Ansatz mit dem Mini-PC und der Ugoos als Client ist für mich optimal. Darauf wird es in Zukunft bei mir bestimmt auch hinauslaufen: Das NAS fungiert nur noch als reiner Datenspeicher, der alles einfach stumpf durchreicht, ohne zu transkodieren – und der Client frisst es dann oder eben nicht.
Die Alternative, sich bei den aktuellen Preisen ein neues NAS aufzubauen, ist echt übel, und die aktuellen Hardware-Lösungen für AV1 sind für mich zurzeit einfach komplett drüber.
Die Lösung wirst du nicht bereuen, mir ging es auch primär darum, Remux Releases in der bestmöglichen Qualität zu sehen - habe auch ein Apple TV 4K, ein tolles Gerät welches aber leider künstlich limitiert wird und somit unter seinen Möglichkeiten bleibt...
ich hatte mich auch mal damit beschäftigt, das setup zu erweitern, zwecks AV1 und co
aktuell hab ich ein miniPC als Server, mit einem intel n100. da dran hängt ein ugreen nas. als abspielgerät ist aktuell 3mal eine shield pro vorhanden.
gerade im hinblick auf AV1, welches die shield ja nicht kann, hab ich mich mal weiter umgeschaut.
hab mir zum testen den Ugoos AM6B Plus, sowie den Ugoos AM9 64bit zum testen geholt. letzteren weil er h266 und av1 kann.
für mich ist aber eine umstellung (sowohl server, als auch clients) aktuell nicht wirklich lohnenswert. auf meinem nas sind nur H264 bzw H265 vorhanden.
ggf lohnt es sich bis dahin zu warten. bis die neue shield kommt, ist (zumindest meiner ansicht nach) es soweit, das es optimale kodierungsparameter gibt und auch genügend stuff in dem format.
Das ist natürlich schon cool, wenn du die Ugoos AM6B Plus sowie die Ugoos AM9 zum Testen geholt hast. Was ergab denn der Test?
Na ja, wenn du die AM9 noch hast, dann brauchst du ja den Client nicht mehr upzudaten der ist ja dann up-to-date.
Habe mal geschaut wegen der Ugoos AM6B Plus, und die soll ja perfekt sein für DV Profile 7 FEL.
Das mit der AM9 ist natürlich interessant wegen AV1 und VVC. Aber soll noch im Bezug auf CoreELEC eine Bastelei sein. Noch nicht so flüssig sein kannst du das bestätigen?
Und da muss ich devilsown beipflichten, lieber was haben, was perfekt funktioniert, als sich rumzuärgern, aber up-to-date sein.
Und die Shield läuft ja bei mir und die frisst ja alles bis HEVC. Leider hält nicht das 7er Profile, ich weiß aber ehrlich nicht, ob das so einen enormen Unterschied macht, aber denke, die AM6B+ wäre nicht so begehrt, wenn nicht?
Da ist man wieder so hin und her gerissen, die bekommen das sicher hin mit der AM9 und CoreELEC im Laufe der Zeit. Und bis da hin sind bestimmt die ganzen AV1-Sachen mehr vertreten, vielleicht.
Ich werde erstmal, glaube ich, die Füße still halten, habe zwar schon geschaut wegen der AM6B+, aber werde erstmal noch warten und mal beide im Auge behalten.
Maddox Liam schrieb: Das ist natürlich schon cool, wenn du die Ugoos AM6B Plus sowie die Ugoos AM9 zum Testen geholt hast. Was ergab denn der Test?
Zwischen Shield und den beiden gab es keinen großen unterschied. Außer das man halt beim AM6B Plus die Möglichkeit hatte, DV7 FEL abzuspielen und mit dem AM9 AV1 und H266.
Maddox Liam schrieb: Habe mal geschaut wegen der Ugoos AM6B Plus, und die soll ja perfekt sein für DV Profile 7 FEL.
ja. deswegen hab ich sie mir damals zum testen geholt. Einiges an Lesestoff gibt es hier auf den letzten Seiten: https://www.xrel.to/forum/thread/7200.html (Und natürlich auch im doom9 Forum usw)
Maddox Liam schrieb: Das mit der AM9 ist natürlich interessant wegen AV1 und VVC. Aber soll noch im Bezug auf CoreELEC eine Bastelei sein. Noch nicht so flüssig sein kannst du das bestätigen?
genau deswegen liegt das Teil aktuell wieder im Schrank. Ich hatte mich damals nicht wirklich intensiv damit beschäftigt, weil es schon ein bissl Chaos war, das Teil (zumindest damals) zum laufen zu bekommen
Maddox Liam schrieb: Und da muss ich devilsown beipflichten, lieber was haben, was perfekt funktioniert, als sich rumzuärgern, aber up-to-date sein.
Genau das ist auch der Grund, warum ich wieder zur Shield zurück bin. Hab mir vor Ewigkeiten auch den AT4K Launcher installiert. Die Shield läuft einfach Wartungsfrei und macht alle updates automatisch.
Maddox Liam schrieb: Und die Shield läuft ja bei mir und die frisst ja alles bis HEVC. Leider hält nicht das 7er Profile, ich weiß aber ehrlich nicht, ob das so einen enormen Unterschied macht, aber denke, die AM6B+ wäre nicht so begehrt, wenn nicht?
Ich muss mich tatsächlich irgendwann nochmal intensiver damit beschäftigen. Als ich es aber getestet hab, hab ich nicht wirklich einen Unterschied gesehen. Kann auch sein, das ich irgendwelche Settings nicht angepasst habe etc.
Aber wie du sagst, irgendwas muss das Teil ja haben, ansonsten wäre es ja nicht überall so beliebt.
Maddox Liam schrieb: Ich werde erstmal, glaube ich, die Füße still halten, habe zwar schon geschaut wegen der AM6B+, aber werde erstmal noch warten und mal beide im Auge behalten.
Wie gesagt, für meine/unsere Zwecke hier im Haushalt reichen die Shields. Hab die Shield Pro jetzt knapp 4 Jahren. Hatte vorher nur eine Shield und die war im Wohnzimmer. In den anderen Zimmern war immer ein aktueller Amazon Fire TV 4K Stick.
Da das Teil aber irgendwann einige Tonformate, wie zb TrueHD Atmos nicht mehr wollte, der Stick immer zugemüllter mit Werbung wurde und jetzt das neuste, das Amazon anfängt die Apps zu blockieren wollte ich (wie oben gesagt) eine Wartungsfreie Lösung. Und da ich schon eine Shield hatte und die nie Probleme gemacht hat, ist es mir nicht sonderlich schwer gefallen, den FireTV zu tauschen. 1 mal bearbeitet, zuletzt 9. Juni 2026, 08:11 Uhr
Hallo zusammen,
ich weiß nicht, ob ich in dieser Kategorie ganz richtig bin – falls nicht, bitte gerne verschieben. Zum Thema selbst habe ich über die Suche leider noch nicht die passende Diskussion gefunden oder übersehen.
Mich würde interessieren, wie eure Strategie für das lokale Streaming der eigenen Film- und Seriensammlung im Heimnetzwerk aussieht (kein Netflix & Co.).
Der Hintergrund: Mein aktuelles Setup stößt an seine Grenzen. Auf Hardware-Ebene ist im nativen Stream derzeit bei HEVC (H.265) das absolute Maximum erreicht. Da draußen tauchen aber immer mehr Medien im AV1-Codec auf. In Zukunft wird es ja dann mit VVC (H.266) weitergehen (aktuell noch kaum verbreitet) und irgendwann folgt AV2.
Mein aktuelles Setup:
Um für AV1 und zukünftige Formate gerüstet zu sein, sehe ich aktuell zwei Ansätze, die mich aber beide noch nicht so recht überzeugen:
Ansatz 1: Das NAS erneuern, um per Hardware-Transcoding zu streamen
Ansatz 2: Eine Alternative zur Shield Pro finden (modernerer Client)
Vielleicht habe ich mich auch gerade ein bisschen im Codec-Rabbit-Hole verlaufen. Daher meine Fragen an euch:
Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen!
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